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Vorsitzendentreffen mit Vortrag DSVGO

Erstellt: Sonntag, 25. November 2018 Geschrieben von Stefanie Nowatzky

tmb HATV Gruenkohl Hassforther Martini WiechmannIn diesem Jahr war der HATV zu Gast beim SV Grün-Weiß Harburg – dessen Vorsitzender Rainer Bliefernicht begrüßte kurz in dem Verein, der seit kurzem auch einen Tanzsportabteilung hat. Neben der Vorstellung des neuen Breitensportbeauftragten Matthias Wiechmann und des DTSA-Beauftragen Lutz Martini durch HATV-Präsident Rainer Tiedt gab es auch in diesem Jahr wieder ein Leitthema: die seit Mai geltende DSGVO.

Zum Vortrag war Edgar Hassfurther eingeladen, früherer Datenschutzbeauftragter in einem Versicherungskonzern und heute in gleicher Funktion beim TSH. In lockeren Worten informierte er über die Auswirkungen der DSGVO – vor allem über die Bußgelder.

Wie vermeiden die Vereine die neuen und vor allem hohen Bußgelder? Zum Beispiel durch leicht auffindbare Datenschutzerklärung auf der Homepage. Oder bei Kontaktformularen durch ein Pflichtfeld „ich habe die Datenschutzerklärung gelesen“. Außerdem sollten Seiten unbedingt verschlüsselt im Netz stehen – also muss https vor der Adresse stehen.

Für Vereine gilt – für den Umgang mit Daten muss ein Verfahrensverzeichnis erstellt werden. Und in den Datenschutzordnungen muss gegebenenfalls stehen, dass Daten an zum Beispiel Verbände weitergegeben werden. Wenn eine externe Firma auf die Daten Zugriff hat, muss auch hier eine Vereinbarung über die Auftragsdatenverarbeitung abgeschlossen werden. „Das ist ein 24-Seitiges Schreiben – hat aber der Provider normalerweise parat“, so Hassfurther.

Doch wie ist es mit zum Beispiel den Facebookpräsenzen? In Deutschland für auf jeden Fall 2019/2020 erlaubt, sagte der Experte. „Und Turnierergebnisse?“ Auf diese Frage aus dem Publikum erklärte Hassfurther, dass bei öffentlichen Veranstaltungen wie Sportveranstaltung Bild und Daten auch veröffentlicht werden können. „Das sind historische Ereignisse, die zählen zum Künstlerurhebergesetz und nicht zur DSGVO. Und bei Turnieren reicht zur Sicherheit ein Schild: ‚Achtung, hier werden Fotos gemacht‘.“ Wenn zum Beispiel Turnierpaare auf einem Turnier fotografiert werden, interessiert es nicht, dass auch Zuschauer auf den Bildern zu sehen sind. Eine Anekdote:  495,79 € soll laut eines Rechtsanwaltes das Fotografieren auf einem Turnier kosten, weil eine Zuschauerin sich davon gestört fühlte. Edgar Hassfurther erzählte zur Freude der Zuhörer, dass er besagtem Rechtsanwalt zusammen mit einer Absage mit Hinweis auf die Gesetzeslage eine Rechnung über 555,59 € geschickt habe, die er gegebenenfalls auch mit Mahnung einzutreiben gedenke.

Für Aktive gilt: Wer zu einer öffentlichen Veranstaltung als Aktiver/Sportler geht muss damit rechnen, dass Presse da ist. „Bin ich damit nicht einverstanden, muss ich gehen“, konterte der Datenschutzbeauftragte eine entsprechende Frage. Die Fragen zeigten auch deutlich, dass das Thema für viele Vereine noch nicht abgeschlossen ist und die Unsicherheit zum Teil noch groß ist. Und dass die DSVGO auch bei einzelnen zu Verunsicherung führt. Sven Siemsen, Vorsitzender des Club Céronne, erzählte, dass ein Paar sich zunächst die Berichterstattung aufgrund der Verordnung verbeten habe und dann später sich beschwert habe: „Warum wird über uns nicht berichtet?“

Fazit von Edgar Hassfurther: „Man muss keine Angst haben – es zählen die Dinge nach außen und guckt euch noch mal zum Beispiel die Aufnahmeanträge an.“ Und wer bei Turnieren gerne mal geprüft hätte, ob alles so passt, kann von Edgar Hassfurther (natürlich gegen freien Eintritt) als Verein eine Expertenmeinung dazu bekommen, ob auch nichts „falsches“ ausliegt.

(Kein Anspruch auf Vollständigkeit. Bei Fragen gerne direkt an Edgar Hassfurther wenden: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)