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Wir über uns

Erstellt: Mittwoch, 27. Juni 2012

Im Jahre 1963 gründen sich in Hamburg gleich zwei Tanzsportverbände. Am 27. März der Hamburger Tanzsportverband e.V. (HTV), der auch sogleich vom DTV als zuständiger Landesverband aufgenommen wird, unter der Leitung von Hans Christen. Am 21. November unter der Leitung von Dr. Jürgen Vehslage der Hamburger Amateur-Tanzsport-Verband e.V. (HATV), der in das Vereinsregister eingetragen wird. Beide Tanzsportverbände schlossen sich dann unter der Bezeichnung Hamburger Tanzsport-Verband e.V. (HATV) zusammen und am 3. März 1964 wurden auf der Mitgliederversammlung zum 1.Vorsitzenden Dr. Jürgen Vehslage und zum 2. Vorsitzenden Hans Christen gewählt. Am 16. April 1970 erfolgte ein Wechsel, Hans Christen wurde zum 1. Vorsitzenden und Rolf Körner zu seinem Stellvertreter gewählt. Zweiundzwanzig Jahre, bis 1992 erfolge in diesen Funktionen keine Änderung, was der Entwicklung im Hamburger Tanzsport eine große Stetigkeit verlieh. Die Mitgliederzahl stieg kontinuierlich an: 1964 startete man mit 440 Mitgliedern, 1985 waren es bereits über 10.000 und im Jahre 1996 liegt die Zahl mit 9.800 knapp darunter.

Einige Paare und Clubs seien hier erwähnt, die im Hamburger Verband Tanzsportgeschichte geschrieben haben:

Der 1949 gegründete Club Céronne unter der Leitung von Dr. Helmut Schneider (verstorben 1976), Dr. Jürgen Bernhold, Horst Bremer ab1959 (verstorben am 9.3.1991) stand mit national und international anerkannten Paaren stets an erster Stelle. Namen wie Dr. Bernhold, Beinhauer, Knaack/Möller, Hölck/Kespohl sind noch heute in aller Munde. Werner und Ingrid Führer und die damalige Standard- und Lateinformation des TTC Harburg wurden weltweit bekannt. Die Harburger Formation legte den Grundstein für den Formationstanzsport in Deutschland. Diese Tradition setzte der Club Saltatio mit dem zweimaligen Gewinn der Europameisterschaft (1983 und 1984) fort. 1983 wurde die Formation Standard-Vizemeister.

Das Ehepaar Schmidt vom Alster-Möwe-Club war bis 1985 ein Gütezeichen im Seniorensport. Danach folgten Namen wie Breitling (Club Céronne), Gätjens (TuS Alstertal), Steier (Alster Möwe-Club), die den HATV auf DTV-Ebene im Seniorenbereich erfolgreich vertraten bzw. noch immer vertreten.

Auch in der Sonderklasse standen Paare des HATV national und international ganz oben auf dem Siegertreppchen. Die großen Erfolge von Rüdiger Knaack/Rita Möller wurden durch Asis und Iran Khadjeh-Nouri (TuS Alstertal) nicht nur in den Standard- sondern auch in den Lateintänzen weitergeführt. Sie wurden mehrfach Hamburger Meister in beiden Disziplinen, Deutsche Standard-Meister und Europameister in der Kombination 10 Tänze. Gute Plätze belegten sie bei Europa- sowie Weltmeisterschaften in der S Klasse Standard. Mit Thomas und Christine Heitmann (Club Céronne) konnte der HATV 1994 erneut einen Deutschen Meister der S Klasse in den Standardtänzen ehren.

Doch nicht nur einige Spitzensportler sollten hier erwähnt werden. Ein wesentlicher Faktor für die großen Erfolge waren und sind die Trainer im HATV. Namen wie Gerd Hädrich, Sonja und John Little, Evelyn und Wolfgang Opitz, Edgard Möller, Madeleine und Peter Beinhauer werden auch international sehr geschätzt. In den letzten Jahren sind noch dazugekommen Ingrid und Werner Führer, Ursula und Winfried Bruske, Inge und Gerd Bartel, Gitta und Klaus Gundlach, Ursula und Gerhard Dempf, Gisela und Horst Barth, Rüdiger Knaack sowie spezialisiert auf Latein Marlene Schlebusch.

Nicht unerwähnt bleiben dürfen die Personen, die den Hamburger Tanzsportverband geprägt und den Grundstock für die erfolgreiche Verbandsarbeit nach innen wie nach außen gelegt haben. Ganz vorne an stehen Namen wie Hans Christen, Harald Harms, Horst Bremer, Hans Reip, Heinz Riehn, Rolf Körner und Peter Frank.

Der HATV war Wegbereiter auf den verschiedensten Gebieten, insbesondere bei der Ausarbeitung von kontinuierlich durchgeführten Lehrgängen. 1965 fand die erste Übungsleiter-F-Ausbildung mit Prüfung statt, 22 Teilnehmer erhielten die ersten Lizenzen. Ab 1966 Wertungsrichterschulungen (1967-1968 Forschungsauftrag des DTV zur Entwicklung von Bewertungsrichtlinien); ab 1971 Lehrgänge für DTSA-Prüfer; 1972/1973 fand die erste Paarschulung statt, Schulungsleiter waren Bill und Bobby Irvine. 1974 erste Turnierleiter-Schulung und 1976 wurde der zentrale Wertungsrichter-Einsatzeingeführt.

Auf dem Gebiet des Freizeit- und Breitensportes war der HATV beispielgebend für den DTV. Die seit 1978 stattfindende Großveranstaltung "Hamburg tanzt" erfreut sich bis zum heutigen Tage großer Beliebtheit und dieses "Schaufenster der Hamburger Vereine" wird mit einem umfassenden Programm 1997 zum 20sten Male stattfinden. Kaum weniger bedeutsam waren die Astra-Pokal-Wettbewerbe und die Amateur-Tanzturniere im Freizeit- und Breitensport - ein Modellauftrag des DTV.

Mit dem unerwarteten Tod des Schatzmeisters Horst Bremer sowie des 1.Vorsitzenden Hans Christen (8.2.1992) verlor der HATV zwei Persönlichkeiten, die den Verband über Jahrzehnte geprägt und verkörpert hatten. Jetzt stand in der Personalstruktur ein Wechsel bevor. Die Wahlaussagen unterstrichen die Beständigkeit der zurückliegenden Verbandspolitik und setzten alte/neue Akzente im personellen Bereich. Dass die über Jahrzehnte bestehende Verbandstruktur auf den Prüfstand kam, war sicherlich unumgänglich. Die Neuorientierung im Finanzressort, die sportliche Ausrichtung und nicht zuletzt die Gesamtstruktur machten nicht nur für den heutigen Tag, sondern für die Zukunft neue Weichenstellungen erforderlich. Im sportlichen Bereich konnte neben der umfangreichen Tätigkeit im Alltag als Schwerpunktthema der "Schulsport" durch unseren LTV-Sportwart initiiert werden. Ein Verein hat mit einer Schule erstmals eine Projekt-Woche "Tanzen" durchgeführt.

Weitere Zielsetzungen waren: die aktive Mitarbeit im DTV - hier sei der erfolgreiche Abschluss der Länderbeilage im Tanzspiegel sowie der Seniorensport insgesamt aufgeführt -, zum anderen die Einbeziehung der TSTV-Hamburg in den gesamten Lehr- und Ausbildungsbereich (seit dem 1.1.1994); eine Maßnahme, die wohl über den heutigen Zeitpunkt hinausreichen dürfte.

Von Bedeutung ist auch, daß der HATV als erster Landesverband im DTV eine Startgebühr einführte. Zwischenzeitlich sind vier Landesverbände dem Hamburger Modell gefolgt. Genauso wichtig ist die Vereinsförderung, die gezielt im unteren sowie im mittleren Bereich unserer Vereine zum Tragen kommt.

Autor: HATV Vorstand